Verschiedene Faktoren ökologischer und wirtschaftlicher Natur könnten dazu führen, dass unser liebstes Frühstücksgetränk in Zukunft nicht mehr so einfach und uneingeschränkt zur Verfügung steht.

Bei den meisten Menschen gehören ein oder mehrere Tassen des flüssigen Goldes zum Frühstück dazu. Egal, was kommt: Darüber, dass Kaffee in Zukunft zu einem raren Gut werden könnte, denkt kaum jemand nach. Es scheint etwas zu sein, das immer und uneingeschränkt zur Verfügung steht. Wenn wir in Europa uns da nur nicht täuschen! Die Kaffeeproduzenten und -Industrie hatte in den letzten dreißig Jahren mit mehr Problemen zu kämpfen, als uns bewusst ist.

In der Vergangenheit gab es schon die eine oder andere Kaffeekrise. Doch die nächste könnte schlimmer sein als alle bisherigen: Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft haben in den letzten Monaten die Fakten zusammengetragen mit erschreckendem Ergebnis: Das schlimmst mögliche Szenario zeigt die Möglichkeit, dass die nächste Kaffeekrise dauerhaft sein könnte, und nicht – wie die bisherigen Krisen – vorübergehend. Eine Studie der Fairtrade Foundation geht davon aus, dass sich die Fläche, die sich für den Kaffeeanbau eignet, bis ins Jahr 2050 halbieren wird.

Die letzten Kaffeekrisen sind aus ökonomischen Gründen entstanden: Die Kaffeepreise auf dem Weltmarkt brachen wegen eines zerfallenen eines Kaffeeabkommens oder wegen der Überproduktion einzelner Länder ein und stürzte die ganze Kaffeeproduktion in die Krise.

Das Leben der Kaffeebauern in Südamerika, Zentralamerika und Asien sowie den anderen vom Kaffeeanbau abhängigen Gebieten ist nicht einfach. Jede Kaffeekrise in den vergangenen dreißig Jahren hat dazu geführt, dass ihre Lage sich stetig verschlechtert hat. Sie leben am Existenzminimum und das Geld, das sie jetzt benötigen würden, um den Folgen der Klimaerwärmung etwas entgegenzusetzen, fehlt schlichtweg.

Die klimatischen Bedingungen in den Ländern, die für die Kaffeeproduktion bekannt sind, waren bis jetzt für die Kaffeepflanze optimal. Der Klimawandel und die Erwärmung des Klimas führt zu höheren Temperaturen und zu viel Hitze verträgt die Pflanze nicht. Die Klimaerwärmung bringt aber noch mehr Veränderungen mit sich: Beispielsweise in Kolumbien ist es in den letzten Jahren immer wieder zu sintflutartigen Regenfällen gekommen, die ebenfalls mit den weltweit erhöhten Temperaturen zusammenhängen.

Die Maßnahmen, den Anbau des Kaffees an das wärmer werdende Klima anzupassen, sind kostspielig. Viele Kaffeebauern können sich das nicht leisten. Den Bauern wird mit den stetig steigenden Temperaturen die Lebensgrundlage entzogen. Der Kaffeeanbau war in der Vergangenheit eine beinahe exakte Wissenschaft, doch nun wird es mehr und mehr zu einem Lotteriespiel. Ein Spiel, in denen die einzelnen Produzenten die Verlierer sind. Organisationen, die sich für Fairtrade und damit für eine gerechte Bezahlung der Produzenten und Nachhaltigkeit im Anbau einsetzen, sind ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Die Gefahr liegt nicht in erster Linie darin, dass uns der flüssige Muntermacher zum Frühstück ausgeht, sondern darin, dass durch den Wegfall der Kaffeeproduktion einzelne Länder in eine tiefe Krise gestürzt werden könnten mit schrecklichen Folgen wie Hunger oder Krieg. Mehr Nachhaltigkeit und angemessene Preise für die produzierenden Bauern wären bereits seit vielen Jahren flächendeckend notwendig gewesen. So hätten die Produzenten heute vielleicht die finanziellen Mittel, um der Klimaerwärmung etwas entgegenzusetzen und weiterhin vom Kaffeeanbau leben zu können.